Allgemein · Lifestyle · Motivation

Neuanfang mit 24- von der Ausbildung zum Studium -es ist nie zu spät

Ich höre immer wieder den Satz: „Ich bin total unzufrieden mit meinem Job“. Und da einfach einen Neuanfang zu starten bedeutet viel mehr als nur mal eben Mut, es erfordert viel Kraft, Organisationsvermögen und den absoluten Willen für sich selbst.

Während des Abiturs stellen wir uns alle die Frage: Was will ich mal werden? Verschiedene Praktika haben da im Laufe der Schule vielleicht schon als Richtungsweiser fungiert. Aber die Frage, womit man sich sein gesamtes Leben beschäftigen möchte, provoziert bei vielen Menschen Angst und das, meiner Meinung nach zu Recht. Ich denke, dass die meisten mit 18-19 Jahren noch garnicht genau sagen können was zu ihnen passt und sie sich der Reichweite dieser Entscheidung vielleicht garnicht bewusst sind.

Die Folge dessen ist oft, dass man das tut, was von einem erwartet wird. Man studiert, oder macht die Ausbildung, die gute Erfolgschancen haben, viel Geld generieren und das persönliche Ansehen verbessern. Das ist ja auch zunächst garnicht zu kritisieren, denn irgendwas müssen wir ja tun, oder?

IMG_9239

Ich habe schon immer gemerkt, dass der soziale Bereich „meiner“ ist. Damals wollte ich unbedingt Lehrerin werden. Habe sogar mal ein Praktikum in einer Hauptschule gemacht. Dieser Wunsch bestand meine Jugend über an. Später wollte ich dann aber eher Psychologin werden. Der Weg dorthin ist aber unfassbar langwierig und kostenspielig, weshalb ich mich dann leider dagegen entschieden habe. Der Beruf des Sozialarbeiters kam dem ganzen dann für mich als nächstes.

Das Abitur viel mir damals recht leicht und ich musste „Gott sei Dank“ nicht viel dafür tun. Ich schloss es schließlich mit einem NC von 1,5 ab. Mir standen dadurch fast alle Türen offen. Trotzdem habe ich mich nicht dafür entschieden was ich wollte, sondern dafür was andere von mir erwartet hatten und was mich erst einmal weitergebracht hat, anstatt dass was mich glücklich macht und erfüllt.

Ich habe eine Ausbildung zur Krankenschwester in einer Psychiatrie begonnen. Ich wollte damals unbedingt  ausziehen, hätte dass aber aus finanziellen Gründen nicht tun können. Zudem habe ich mich davon leiten lassen was andere gesagt haben. Als Sozialarbeiter würde man keine Stelle bekommen und die meisten seien nur auf 400 € Basis angestellt.Diese Ausbildung, da sie ja in einer Psychiatrie stattfand, kam meinem eigentlichen Berufswunsch am nächsten. Das ganze stellte sich jedoch als Trugschluss da.

Eine Ausbildung als Krankenschwester ist in 2 Teile gegliedert. Ein theoretischer und ein praktischer Teil. In der Theorie haben wir bis zu 90% somatische Dinge erlernt und auch in der Praxis war ich nicht die ganze Zeit in der Psychiatrie, sondern auch hier viel mehr in der Somatik („normales“ Krankenhaus), weil es eben doch am Ende eine Ausbildung zur Krankenschwester ist.

IMG_9235

Im Grunde habe ich mich da schlicht gesagt ziemlich durch gequält. Ich habe Sachen gelernt, die mich überhaupt nicht interessiert haben. Damit möchte ich auf garkeinen Fall diesen Beruf schlecht reden, ganz im Gegenteil, ich bewundere Menschen die ihn mit Leidenschaft ausüben können. Ich gehörte allerdings nicht dazu.

Die Frage die ich mir zum Ende hin stellte war folgende: Kannst du das wirklich bis zur Rente machen? Wenn sogar schon die ersten 3 Jahre überhaupt nicht meines waren..? Ich hatte nach wie vor den Wunsch Sozialarbeiterin zu werden. Das bedeutet allerdings in meinem Fall ein kompletter Neuanfang.

  • Noch einmal 3 Jahre etwas lernen
  • Viel weniger Geld zum Leben
  • Weniger Freiheit, als einfach arbeiten zu gehen
  • Schaff ich das Studium überhaupt?

Wie ihr wisst, studiere ich seit September. Ich habe es einfach gemacht und bin mittlerweile schon mittendrin. Im Januar stehen die ersten Prüfungen an und dann wäre das 1. Semester sogar schon geschafft. Ich war ehrlich zu mir und das solltet ihr auch sein! Ein Job ist viel mehr als Mittel zum Zweck. Wir leben nicht um zu arbeiten, sondern sollten eher arbeiten um zu leben. Man verbringt im Job ca +/-8 Stunden/Tag, dass bedeutet 1/3 pro Tag und das ganze 5 mal die Woche. Zusammengefasst also sehr viel Zeit. Diese Zeit ist unsere Lebenszeit und diese ist kostbar. Daher sollte man nicht nur arbeiten um Geld zu verdienen, sondern eben AUCH um sich selbst dort ein Stück weit entfalten zu können. Dort auch gerlinde gesagt Spass zu haben. Ein falscher Job kann so viel Unzufriedenheit in einem selbst provozieren, dass dies in das Privatleben überschwappen kann und somit einen sehr unglücklich machen kann.

Nun was tun? Man sollte immer das tun was zum persönlichen Glück führt. Ich möchte damit nicht sagen, dass jeder jetzt einfach so seinen Job kündigen soll und um die Welt reisen soll. Ein Neuanfang ist absolut individuell zu betrachten aber meines Erachtens immer möglich. Man muss diesen nur gut planen. Ich für meinen Teil musste mir einigermaßen darüber im klaren sein, wie ich das ganze finanziere. Ich denke das es hier bei den meisten scheitert. Eine Lösung dafür habe ich leider auch nicht parat. Ich für mich schränke mich zum Beispiel stark ein. Ich habe mein Auto verkauft und gehe weniger shoppen, dass alles nur um später das tun zu können, von dem ich glaube, dass es mich mehr erfüllen wird. Ich habe hier also auf ein großes Stück meiner Freiheit verzichtet. (Jeder der ein Auto hat, weiß was ich meine)

IMG_9233

Meiner Meinung nach ist es nie zu spät. Hier im Hörsaal sitzen so viele Menschen die noch weitaus älter sind als ich. Ich bin da sogar eher im Altersdurchschnitt. Versucht euch nicht so viele Gedanken darüber zu machen was andere denken, sondern schaut auf euch! Traut euch und macht das was ihr immer machen wolltet! Denn meiner Meinung nach gibt es nichts schlimmeres als sein Leben mit etwas zu verschwenden, was man eigentlich garnicht gerne macht.

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass ich das alles nicht schaffe, dass ich am Ende scheitere, aber wisst ihr was? Dann habe ich es wenigstens versucht. Denn ich möchte mir an meinem Lebensabend nicht selbst vorwerfen müssen, dass ich es nicht wenigstens versucht habe.

Ich freue mich wie immer über euer Feedback,

Eure Sarah

 

18 Kommentare zu „Neuanfang mit 24- von der Ausbildung zum Studium -es ist nie zu spät

  1. Hallo, ich kann dich total verstehen und ich finde es toll, dass du einen Neuanfang gewagt hast. Ich habe das auch durch bzw. bin ich dabei. Nach dem Abi habe ich studiert, die Hälfte davon hat mir gefallen. Bei der anderen Hälfte musste ich oft kämpfen. Einen Abschluss habe ich auch geschafft, aber ich war nicht mehr glücklich damit. Der Zeitpunkt vom Abschluss bis zum Neuanfang war sehr schlimm. Jetzt habe ich mit 26 Jahren eine Ausbildung angefangen und mir macht es so Spaß, ich ärgere mich fast, es nicht eher versucht zu haben. Mich haben oft große Zweifel geplagt ob ich mit diesem Schritt alle enttäusche, aber ich wurde positiv überrascht.
    Halte durch und mache das, was dir Spaß macht.

    Viele Grüße

    Gefällt mir

    1. Du hast so recht ! Man sollte das machen was einen glücklich macht und erfüllt, darum geht’s doch im Leben 😊 Ein sehr schöner blogpost 💕 Liebe Grüße jojo

      Gefällt mir

  2. Ja ich kann dir nur aus den Augen einer „älterem Frau“ (ich bin schon 54J) sagen- ich bewundere dich – geh deinen Weg denn in
    20 Jahten schaust du auf dein Leben zurück und du ärgerst dich meisten über die Sachen die du nicht gemacht hast –
    Ich habe fast mein ganzes Leben immer gemacht was andere von mir erwarten und heute bin ich krank und stehe da mit vielen Träumen— geh deinen Weg-
    Ganz liebe Grüße Edith

    Gefällt mir

  3. Liebe Sarah,
    danke für deine offenen Worte. Ich weiss zu gut wie es dir geht..ich habe damals eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen dann mit Mitte 20 das Abi auf dem 20. Bildungsweg gemacht und mit 29! ein Sozialpädagogik Studium angefangen. Ich bin nun im 1. Semester des Masters 😉 es geht alles…ich wusste nie wirklich was ich werden wollte und wenn ich ehrlich bin weiss ich es auch heute nicht…aber nun erst mal den Master machen und dann weiter schauen. Ich hätte aber noch eine Frage einfach aus reiner Neugier. Du hast nun eine total schöne Wohnung die relativ gross zu sein scheint wie klappt das mit der Finanzierung da du allein bist?
    Ich finde das mit Bafög und Nebenjob schon schwer und da ist nichts tolles drin 😦

    Gefällt mir

  4. Liebe Sarah,

    es ist toll, dass Du dich dazu entschieden hast, diesen Weg zu gehen. Letztendlich bist Du nur dir selbst gegenüber Rechenschaft schuldig. Und noch besser ist, dass Du bei dem, was Du gerade tust, richtig aufblühst. Jeder, der dir auf deinen Social Media Kanälen folgt, weiß, wovon ich spreche.
    Hast Du an deiner Uni Kontakt zu Studierenden anderer Fachbereiche? Speziell zu den Wirtschaftswissenschaften? Oder kannst Du die Professoren der Uni weiterempfehlen bzw. die Uni an sich?

    Liebste Grüße, Juliet ❤

    Gefällt mir

  5. Mich würde es auch interessieren, wie Du das mit der Finanzierung hinbekommst. Arbeitest du auf 450€ Basis, oder schaffst du neben dem Studium einen Teilzeitjob? Ich hoffe, das ist dir jetzt nicht zu privat. Und ich finde es sehr bewundernswert, dass du den Mit hast, jetzt das zu tun, was du wirklich möchtest! Ich wünsche dir alles Gute 💕

    Gefällt mir

  6. Liebe Sarah,

    ich stimme dir da inhaltlich zu 100% zu, bin auch immer der Meinung, dass man das machen soll, was einem Spaß macht.
    Beim Lesen sind mir allerdings ziemlich viele Fehler aufgefallen (was natürlich nichts an der Qualität des Inhalts ändert). Also gebe ich dir den Tipp, Texte vorher immer noch mal von jemandem gegenlesen zu lassen. Ist auch im Studium nicht ganz unwichtig, denn Dozenten geben auch mal gerne ne Note schlechter, wenn Ausdruck und Rechtschreibung nicht stimmen. 😉
    Wünsche dir auf diesem Wege noch weiterhin ganz viel Erfolg und Spaß im Studium!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s