Allgemein · Motivation

Essstörung- Hilfe zur Selbsthilfe- Teil 3

IMG_9206Hallo meine Lieben

Das ist nun endlich mein 3. von 3 Teilen. Zunächst möchte ich mich bei euch bedanken, dass die ersten 2 so super bei euch angekommen sind! Wenn ihr sie noch nicht gelesen habt, dann findet ihr sie hier und hier.

Mir ist durchaus bewusst, welche Verantwortung ich mit einem solchen Beitrag auf meinem Blog habe. Zunächst finde ich es wichtig, dass jeder da da draußen weiß, der ein ähnliches „Problem“ hat, er oder sie absolut nicht alleine ist. Zudem ist es mir sehr wichtig euch mitzuteilen, dass es keinen Grund dafür gibt, sich selbst zu schämen.

Der Grund einer Essstörung liegt in den allermeisten Fällen in der eigenen Psyche. Oft ist es ein Mittel, welches wir unbewusst wählen, um etwas zu kompensieren. Der Begriff „psychisch-krank“ provoziert bei den meisten Menschen der Gesellschaft immer noch ein „damit möchte ich nichts zu tun haben“, oder „das sind doch nur die verrückten Menschen“, „mir kann so etwas nicht passieren“…

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Ich behaupte, dass viel mehr Menschen unter einer psychischen Störung leiden, als es ihnen bewusst ist. Das sind nicht immer nur die Menschen die „Stimmen hören“ oder „verwahrlost aussehen“, dass sind ganz „normale“ Menschen wie du und ich. Menschen die mitten im Leben stehen. Egal ob der Obdachlose auf der Straße, die Bürokauffrau von nebenan oder ein Top-Manager, es kann absolut jeden treffen. Warum erzähle ich das? Ich möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass dieses Thema enttabuisiert wird. Denn wenn du verstehst, dass es keinen Grund dafür gibt sich zu schämen, schaffst du es auch, dir helfen zu lassen.

Natürlich werde ich durch diesen Beitrag nicht das Denken aller Menschen beeinflussen. Jedoch ist es leider immer noch ein gewaltiger Unterschied, ob jemand sagt, dass er krank geschrieben ist aufgrund eines gebrochenen Fußes oder einer Depression.

Nun wie kannst du dir helfen? Wichtig ist in erster Linie, dass du lernst absolut ehrlich zu dir selbst zu sein. Sagst du dir selbst immer wieder „es ist doch garnicht so schlimm..?“ Doch das ist es! Alles was dein Leben negativ beeinflusst und dazu führt, dass du dieses nicht mehr in vollen Zügen genießen kannst, ist schlimm!

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Wie viele wissen, habe ich in einer Psychiatrie meine Ausbildung gemacht, davor habe ich sogar noch ein halbes Jahr auf einer Akutstation neben meinem Abi gejobbt. Daher behaupte ich ein bisschen Erfahrung auf diesem Gebiet zu haben. Jedoch ist eine stationäre Unterbringung nicht für jeden etwas. Es muss nicht immer die beste Lösung darstellen. Ich denke, dass es jetzt viele verwundern wird, dass ich dies so schreibe. Aber ich bin auch der Meinung, dass eine stationäre Unterbringung auch schaden kann. Gerade dann, wenn die innere Einstellung garnicht konform ist. Man muss im gewissen Maße bereit dafür sein, sich und sein Leben zu verändern. Es gibt immer Menschen die einen helfen können, die Hilfe muss aber auch angenommen und umgesetzt werden.

Und damit möchte ich jedem aber auch die Angst nehmen! Wenn du zu einem Arzt gehst, wirst du nicht direkt in eine Psychiatrie eingewiesen, da hast du in den aller meisten Fällen Mitspracherecht. Zudem ist eine Psychiatrie etwas anderes als sie es damals mal war und vermutlich auch ganz anders, als sie sich die meisten Menschen vorstellten. Also- keine Angst!

Folgende Schritte rate ich dir, wenn du dir endlich helfen lassen möchtest:

  • Rede mit einer Freundin/Freund oder einem Familienmitglied über dein Problem! Vertraue dich an und öffne dich! Du darfst damit nicht alleine bleiben!
  • Wenn du keinen hast, dann nutze ein Notfalltelefon. Hier wirst du anonym 24/7 beraten und betreut. Wenn es dir ganz schlecht geht, rate ich dir auf jeden Fall dazu 080011100111 (kostenlos)
  • Sich zu öffnen ist der erste Schritt! Anschließend Rate ich dir folgende Schritte, die natürlich Kraft kosten, sich aber am Ende lohnen werden:
  1. Geh zu deinem Hausarzt! Schildere ihm dein Problem. Er wird dich entweder überweisen (zu einem Facharzt) oder kann dir auch so fachlich-gut helfen
  2. Such dir einen guten ambulanten Psychiater/Psychologen. Hier ist die Wartezeit meist sehr lang, bis einer frei wird. Daher ist dies ein Schritt, der dir nicht sofort helfen wird, aber auf lange Sicht vermutlich am meisten Sinn macht.
  3. Ist es ganz schlimm, dann geh in eine Klinik! Du kannst dort rund um die Uhr anrufen und auch jederzeit hingehen! Denk dran: was ist schlimmer? So weiter zu machen oder sich einmal richtig helfen zu lassen?

Ich habe es ohne diese Punkte geschafft. Alleine, für mich. Ich war einfach furchtbar ehrlich zu mir. Habe Tagebuch über mein Essen geführt und angefangen an mich zu glauben. Das alles hat unfassbar viel Kraft gekostet, es hat sich aber definitiv gelohnt! Zudem gehören hier Rückschläge wie Anfang des Jahres (kannst du hier nachlesen) absolut dazu und das muss dir bewusst sein.  Das alles ist eine Reise, die lang und steinig ist, vielleicht ist es sogar etwas, was das Leben lang immer da sein wird. Aber vergesse nicht: Egal was du hast, egal wie schlimm es sich vielleicht gerade anfühlt, am Ende bestimmst du welchen Weg du einschlägst. Du bist am Ende immer noch der Herr über deinen Kopf und Körper- werde dir dessen ganz bewusst.

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Es gibt kein „Geheimrezept“, wie du deine Essstörung los wirst. Jeder Mensch ist einfach anders und jeder macht es aus einem ganz individuellen Bewegrund. Daher werde dir selbst wieder wichtig. Stelle dich an erster Stelle und kümmere dich um dich. Wir haben nur dieses eine Leben geschenkt bekommen und das solltest du jetzt anfangen so zu geniessen, wie es für dich am schönsten ist. Und in einer Sache sind wir uns alles einig: Mit einer Essstörung kann man das Leben nicht mehr geniessen! Ich wünsche dir nur das Beste.

Ich hoffe das euch diese erste Reihe auf meinem Blog gefallen hat! Ich hoffe auch, dass diese Beiträge helfen können. Mir macht das Bloggen unfassbar viel Spass. Es ist eine so tolle Ergänzung zu Instagram . Ich freue mich wie immer über jedes Feedback von euch unten in den Kommentaren.

Eure Sarah

5 Kommentare zu „Essstörung- Hilfe zur Selbsthilfe- Teil 3

  1. Ich hatte auch lange mit Binge Eating zu tun, bin da aber auch vor über zwei Jahren selbst raus gekommen und seitdem so viel glücklicher. Genau sagen wie ich das geschafft habe, kann ich aber auch nicht. Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, aber vielleicht hilft es Leuten die noch vom Binge Eating oder auch Bulimie betroffen sind: „Brain over Binge“ von Kathryn Hansen. Hat zum Großteil sehr gute Rezessionen und ist für den ein oder anderen vielleicht ganz interessant.:)

    Einen schönen zweiten Advent und liebe Grüße, Julia.

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  2. Hi Sarah,
    dein Blog ist echt super 👍
    Vorallem dein Beitrag über das heikle Thema, ist dir so fantastisch gelungen und hat zum nachdenken angeregt.
    Danke dafür🌸

    Lieben Gruß Gina (falls du dich erinnerst)

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